Marinas Schäferhundblog
Auf dieser Seite möchte ich meine Gedanken rund um den deutschen Schäferhund aufschreiben. Dinge die mich, im Zusammenhang mit dieser wunderbaren Rasse, bewegen.
Zu mir: ich bin Künstlerin, (Hobby-)Fotografin und Hunde haben schon immer zu meinem Leben gehört und machen einen Großteil davon aus.
Meinen ersten deutschen Schäferhund bekam ich im Alter von 18 Jahren, davor hatten wir viele Jahr lang einen Collie und einen Bulldog-Mix. Seit meinem ersten Schäferhund bin ich von dieser einmaligen, wunderschönen und wesensstarken Rasse nicht mehr weggekommen. Ich mache Hundesport, wenn auch durch meine körperlichen Einschränkungen stark gehandicapt und liebe es vor allem, meinen Rüden Rudi vom Hägerbrunnen auszustellen. Auch liebe ich es, die schönen Momente auf Schauen und im Hundesport und die vielen wunderschönen Hunde die ich dort immer wieder treffe, mit meiner Canon festzuhalten. Auch das Erstellen von Webseiten und Facebook Seiten für Züchterfreunde und Vereine gehört zu meinen Hobbys. Viele Fotos auf dieser Webseite sind von mir und ich freue mich schon wieder auf die neue Schausaison, wo ich hoffentlich wieder aktiv und mit meiner Kamera dabei sein kann.
Ich hoffe, dieser Blog, den ich in unregelmäßigen Abständen schreiben werde, gefällt euch.
Mit hundesportlichen Grüßen,
eure Marina
Blog 3 der sogenannte "Altdeutsche Schäferhund, aus reiner DDR Linie und mit geradem Rücken" - und was es damit auf sich hat...
In letzter Zeit lese ich immer wieder, dass Hundefreunde einen jungen Schäferhund haben möchten. Oft steht dann dabei „gerne einen Altdeutschen“ oder „gerne aus DDR Zucht“ und als zweiter Satz kommt dann meistens: „mit geradem Rücken“. Auch gibt es immer mehr Anzeigen im Internet, wo Hunde auf diese Weise vermarktet werden. Am besten fand ich mal eine Annonce bei Ebay-Kleinanzeigen: „Altdeutsche Schäferhundwelpen, reine DDR Zucht, mit geradem Rücken!“
Ich gebe zu, dass sich mir schon beim lesen solcher Anzeigen die Zehennägel aufdrehen. Aber eins weiß man schon, wenn man die Überschrift liest:
- der Auftraggeber der Annonce ist kein seriöser Züchter, der dem SV/VDH angeschlossen ist. SV Züchter haben es nicht nötig, ihre Hunde mit den Begriffen „altdeutsch“ und „gerader Rücken“ anzupreisen.
- Die Welpen stammen also aus diversen Dissidenz-Zuchten, die nicht dem VDH oder dem internationalen Dachverband, der FCI angeschlossen sind.
- Die Welpen haben somit i.d.R. keine ordnungsgemäßen Papiere. (Obwohl es durchaus einige wenige Dissidenz Züchter gibt, die ihre Zucht seriös führen – diese haben es wiederum ebenfalls nicht nötig, solche marktschreierischen Begriffe zu verwenden) Oft genug stammen die „Papiere“ aus dem hauseigenen Laserdrucker, oder dem des „Vereins“ an den sie angeschlossen sind.
- Somit sind die Welpen zumeist nicht nach den strengen Richtlinien des SV gezüchtet. Die Elterntiere haben oft ein Röntgenergebnis vom „Tierarzt des Vertrauens“, Leistungsprüfungen können sie meist nicht vorweisen (in wenigen Fällen eine Begleithundeprüfung), Schauergebnisse werden auf Dissidenz Schauen erlaufen, wo am laufenden Band „Weltsieger“, „Clubsieger“, „internationaler Sieger“ usw. Titel vergeben werden und wo alles was vier Beine hat und halbwegs wie ein Schäferhund aussieht mit zig Pokalen nach Hause reist.
- Zum Vergleich: wer im SV rote Kör-und Leistungzucht Papiere für seine Welpen haben möchte, muss mit seiner Zuchthündin das Hauptröntgenverfahren des SV durchlaufen, um zu schauen, ob Hüften, Ellenbogen und Rücken in Ordnung sind. Der Hund muss die Wesensüberprüfung des SV durchlaufen, eine Begleithundeprüfung ablegen, ebenso wie eine Ausdauerprüfung (20 km am Fahrrad traben) und eine Schutzhundprüfung. Auch eine Schaubewertung von mindestens „gut“ durch einen SV Zuchtrichter muss der Hund haben. Erst dann darf er/sie zur Körung antreten.
„Was ist denn so schlimm an den Begriffen „Altdeutsch“, „DDR Zucht“ und „gerader Rücken“?“
Kommen wir zuerst zur DDR Zucht: diese ist nach der Wende nahezu komplett in der westdeutschen Zucht aufgegangen. Es gibt meines Wissens nach heute keine Hunde mehr, die zu 100% auf DDR Linien zurückgehen.
Den „Altdeutschen Schäferhund“ gibt es ebenfalls nicht – und gab ihn nie. Der deutsche Schäferhund ist aus verschiedenen Land- und Hütehundschlägen entstanden. Einen „altdeutschen“ gab es darunter nicht und gibt es bis heute nicht.
Oft werden Langstockhaar-Schäferhunde als „altdeutsch“ bezeichnet. Das ist Unsinn und nur ein Vermarktungsbegriff! Sie sind genauso deutsche Schäferhunde und stammen aus deutschen Schäferhunden, wie alle anderen auch, nur dass sie der Haarvariante „Langstockhaar“ angehören.
Der einzige Unterschied zwischen Langstockhaar Schäferhunden aus dem SV und den „Altdeutschen“ aus Dissie Verbänden ist – siehe oben! Ach ja, und meist ein paar Hundert Euro, die der stolze Welpenbesitzer für den Begriff „altdeutsch“ mehr bezahlen muss. Gilt auch für die sogenannten „DDR“ Schäferhunde, die zumeist aus ganz normaler westdeutscher Leistungszucht, mit vielleicht ein oder zwei DDR Vorfahren kommen. Ich habe aber auch schon „DDR“ Hunde aus ganz normaler Hochzucht gesehen...soviel dazu.
Kommen wir zum „geraden Rücken“, der für viele nahezu ein heiliger Gral zu sein scheint. Da wird dann in den Annoncen auf Ebay Kleinanzeigen und Co. Irgendein ganz normal stehender (oft potthässlicher und ungepflegter) Hund gezeigt, der einen geraden Rücken hat.
Gerade den Hunden aus der Hochzucht wird ja oft genug nachgesagt, sie seien „krumm“ gezüchtet.
Stellt man sich indes einen solch „krummen“ Hund ganz normal hin und nicht in Schaupose (für die dieser extra gestellt wird. Das richtige Stellen eines Hundes beherrschen nur wenige) oder fotografiert ihn beim Toben, ist auf einmal vom „krummen“ Rücken nichts mehr zu sehen. Geschickt gestellt, so dass die Winkelungen der Hinterhand betont werden und der Ellenbogen eng anliegt, damit der Widerrist schön hoch ist, hat jeder Hund einen „krummen“ Rücken – auch die sogenannten „Altdeutschen aus reiner DDR Linie“ :D
Um das zu verdeutlichen, zeige ich unter diesem Blog mal zwei Fotos meines eigenen Rüden „Rudi vom Hägerbrunnen". Auf dem einen Bild in SV Schaupose, auf dem anderen ganz normal stehend. Hier kann man schön den Unterschied sehen.
Auch verbinden leider viele Laien mit den Begriffen „Altdeutsch“, „reine DDR Linie“ und „gerader Rücken“ automatisch einen gesunden Hund zu bekommen . Dies ist mitnichten so, insbesondere, wenn man bedenkt, dass in vielen Dissidenz Verbänden kein Röntgenverfahren existiert, dass sich mit dem des SV vergleichen kann, welches schon seit Jahrzehnten angewendet und immer weiter verbessert wurde, so dass der deutsche Schäferhund heutzutage in der HD Rassenliste auf Platz 40 steht. Die meisten anderen großen Rassen haben statistisch gesehen mehr Probleme mit HD als der deutsche Schäferhund!
Es gibt z.B. durchaus Dissidenz Züchter, die mit Einhodern oder nicht wirklich gesunden Hunden züchten. Auch wenn es immer wieder gerne abgestritten wird.
Wer also einen Welpen haben möchte, sollte sehr wachsam sein und nicht auf jede niedliche Anzeige und diverse Vermarktungsbegriffe reinfallen. Der SV (Verein für deutsche Schäferhunde) hat auf seiner Webseite eine Welpenvermittlung, wo man sehen kann, welcher Züchter Welpen erwartet. Warum dann nicht dort anrufen und eine Chance auf einen Welpen haben, der einem wirklich Freude macht und den man dann auch später im SV ausstellen kann? Ein paar Euro sparen kann man dabei in der Regel ebenfalls, da selbst Welpen aus V-Auslese Verbindungen meist zu fairen Preisen angeboten werden. Auch wenn das dann „nur“ normale deutsche Schäferhunde in Stockhaar oder Langstockhaar sind – und keine „Altdeutschen aus reiner DDR Zucht mit geradem Rücken“, aber unser geneigter Leser weiß ja jetzt ohnehin, was er von diesen Begriffen zu halten hat.
Blog 2 - Hochzucht/Leistungszucht, das ewige Streitthema. Warum eigentlich?
Ich muss zugeben, dass ich mir über die Unterschiede zwischen Hochzucht und Leistungszucht keine Gedanken gemacht habe, als ich 1984 meinen ersten Schäferhund „Arie von Alt-Grunde“ zu meinem Geburtstag geschenkt bekam. Ich war nur überglücklich, als ich den kleinen Langstockhaar Rüden vom Züchter abholen konnte.
Arie, den ich rasch in „Indy“ umbenannte (ich war damals riesengroßer Fan der Indiana Jones Filme), war ein munterer kleiner Kerl, sehr verspielt und triebig und es machte Spaß mit ihm zu arbeiten und ihn zu erziehen.
Leider wurde Indy nur 4 Jahre alt, da er einen Herzfehler hatte. Sein Nachfolger „Kess von Alt-Grunde“ vom selben Züchter, ein Rüde der mehrfach auf den bekannten „Mutz von der Pelztierfarm“ gezogen war, war ebenfalls ein sehr temperamentvoller Rüde. Aber vom Wesen her dennoch etwas ruhiger als Indy und viel leichtführiger.
Ich habe keinen Vereins-Hundesport mit ihm gemacht, aber wir waren viel fährten und seinen Grundgehorsam hatte er auch gelernt.
Nach dem Tode meines Vaters im Jahre 1999 war ich gezwungen umzuziehen und im neuen Haus hatte ich sozusagen eine SV Ortsgruppe als Nachbarn und den Hundeplatz direkt vor der Haustür. Was lag also näher,als in diesen Verein und in den SV einzutreten?
Dort lernte ich dann ziemlich schnell, dass mein „alter Rüde“ eine sogenannte „Hochzuchtscherbe“ sei und ich mit dem besser nichts mehr machen sollte. Dabei war „Bubi“, wie ich meinen Kess nannte, mit seinen damals 10 Jahren noch topfit und hatte sichtlich Spaß an der Arbeit auf dem Hundeplatz.
Meine Hündin Nala, Schäferhündin ohne Papiere, die ich aus schlechter Haltung übernommen hatte, fand da schon eher Gnade vor den Augen des Vorstandes. Sie käme, lt. Des Ausbildungswartes „mit Sicherheit aus der Leistung“. Nala machte einen hervorragenden Schutzdienst, aber in der Unterordnung kamen wir beide nicht besonders gut miteinander aus.
Ich hatte insgesamt nicht viel Freude an der Hündin. Insbesondere dann nicht, als ich mir 2000 meine Lucky anschaffte, eine Junghündin, bildschön anzusehen, mit wundervollem Kopf und schönem Gangwerk. „Wieder so eine Hochzuchtscherbe“.
Aber mit dieser Hündin, deren Schutzdienst eher mittelmäßig war, die aber brav ihre Unterordnung lief und ihre Fährte suchte, machte mir der Hundesport wieder Spaß.
Ich bekam in meinen ersten Vereinsjahren immer häufiger mit,dass Hunde aus der Hochzucht regelrecht heruntergemacht wurden und nur Leistungshunde als das Nonplusultra angesehen wurden.
Dennoch mussten auch die Leistungshunde der Vereinsmitglieder auf mindestens einer Zuchtschau mindestens ein „gut“ erlaufen, um die Zuchtzulassung zu erhalten. Glücklicherweise konnte ich zu diesen Schauen mitfahren.
Und da wurde in mir die Liebe zum Schauwesen geweckt. Ich sah die wunderschönen, gepflegten Hunde im Ring und spürte die Spannung. Interessiert verfolgte ich die Richterberichte und lernte.
Mit meiner Lucky ging es dann 2001 zur Zuchtschau nach Bad Fallingbostel und sie machte (obwohl wir vorher nur zweimal Zuchtschautraining gemacht hatten und sie von einer Anfängerin vorgeführt wurde) einen Platz im vorderen Drittel und bekam eine sehr schöne Richterbesprechung durch Herrn Gothe. Ich war stolz und glücklich und wusste von da an: das möchte ich machen!
2002 bekam ich dann meinen Yak Frankengold Sohn „Ultan vom Holtkämper See“. Ultan war, wie viele Yak Frankengold Söhne, ein Rüde, der nicht nur schön war, sondern auch gerne gearbeitet hat. Er liebte das Fährten, seine Unterordnung war prima (auch wenn meine Langsamkeit ihn ausbremste) und hatte Anfangs sehr viel Freude am Schutzdienst, wo er besonders durch seine guten Griffe überzeugte.
Leider gibt es auch im Hundesport viele Neider und wenn dann noch Unfähigkeit des Helfers und Absprachen von Gegnern dazukommen, wird ein Hund schnell auch einfach mal kaputt gemacht.
So passierte es mit meinem Ultan, den der Helfer derart brutal auflaufen ließ, dass ich zuerst dachte, er hätte sich die Wirbelsäule gebrochen. Ich werde nie diesen Moment vergessen, als mein Hund, mein Ein und Alles, schreiend am Boden lag und nicht aufstehen konnte.
Zum Glück war nichts gebrochen, sondern nur übel geprellt. Ultans Körper erholte sich rasch. Aber er wollte keinen Schutzdienst mehr machen.
Mit dem Helfer des Vereins habe ich natürlich nicht mehr zusammengearbeitet. Aber auch in anderen Ortsgruppen wollte er nicht mehr so richtig in den Ärmel beissen und zeigte oft Meideverhalten gegenüber dem Helfer.
Was musste ich mir damals alles anhören: „diese Hochzuchtscherben taugen alle nichts!“, „Die können nur linksherum im Kreis laufen!“, „Verkauf den und hol dir einen aus der Leistung. Da hast Du mehr Freude dran“ usw.
Aber ich wollte weder meinen Ultan verkaufen, geschweige denn einen Hund aus der Leistung haben. Von denen hatte ich genügend kennengelernt um zu wissen, dass so ein Hund absolut nichts für mich wäre.
Also behielt ich Ultan und fand irgendwann auch endlich eine Ortsgruppe, wo der Helfer fähig war, ihn wieder aufzubauen. Auch meine beiden jüngeren Rüden „Endro vom Patersweg“ und besonders mein Matzi (Celeste von Monte Pollino), beides Enkel von Yak Frankengold, überraschten die Leistungsleute immer wieder. Bei Matzi wurde ich sogar von Leistungsleuten gefragt, ob er zu verkaufen wäre...
Was ich in all den Jahren nicht verstehen konnte, war diese regelrechte Feindschaft der beiden Lager Hochzucht – Leistungszucht.
Klar, sind die Hunde sehr unterschiedlich. Die Leistungshunde sind in der Regel triebiger, schneller, aber dafür auch schwerer zu führen und oft auch keine idealen Haushunde. Viele von ihnen sind ständig "unter Strom" und kommen kaum zur Ruhe.
Ich persönlich wäre mit so einem Exemplar heillos überfordert und würde gar nicht damit klar kommen. Ich bin nun einmal langsam durch meine Behinderung und könnte so einem Hund kein guter Hundeführer sein. Und - ich brauche keinen Hund, der mit 200 Sachen in den Hetzarm knallt. Ein "normaler" Schutzdienst reicht mir völlig.
Auch die Hochzuchthunde sind heutzutage, meiner Meinung nach, wesentlich triebiger als früher. Auf der Bundessiegerzuchtschau sieht man seit Jahren viele wirklich gute, saubere Schutzdienste. Im Gegensatz zu früher, nehmen auch die Aussteller die Arbeit im Prüfungsbereich wesentlich ernster.
Wir sind oft in reinen Hochzucht- Ortsgruppen unterwegs und sehen, wie hervorragend dort die Helferarbeit ist!
Jeder hat halt andere Prioritäten, wenn er/sie sich einen deutschen Schäferhund anschafft.
Der eine möchte im hohen Landesgruppenbereich führen und ist hier sicher mit einem Hund aus der Leistung besser bedient. Wer aber Freude an Ausstellungen hat, wird mit einem Leistungshund nicht viel Freude haben.
Auch „Ottonormalhundeführer“ (zu denen ich mich auch zähle), der vielleicht mal eine OG Prüfung machen möchte, vielleicht auch mal ausstellen und ansonsten seinen Hund als Familienhund sieht, wird sicher einen Hochzuchthund haben.
Das Schöne am deutschen Schäferhund ist doch auch die Tatsache, dass es so viele Varianten von ihm gibt. Jeder kann so den Hund finden, der zu ihm und dem was er machen möchte passt. Die Vielseitigkeit der Rasse und die vielen unterschiedlichen Typen machen dies einfach.
Ich habe in den letzten Jahren zum Glück auch schon sehr viel Zusammenarbeit zwischen Hochzucht- und Leistungsleuten gesehen und dies ist immer im Sinne des Hundes.
Wir Schäferhundfreunde Veerßen haben bei uns Platz für alle Freunde des deutschen Schäferhundes. Wir selbst sind zwar eher im Hochzuchtbereich angesiedelt. Aber dennoch werden auf unserem Platz auch Leistungshunde und ihre Menschen herzlich willkommen sein. Wir alle können nur voneinander lernen! Vielleicht treffen wir uns ja mal bei uns auf dem Platz, sobald das Schautraining losgeht?
Freuen wir uns doch an unseren vielen, verschiedenen Schäferhunden und seien wir glücklich, dass gerade unser Hund so ist wie er ist und so gut zu uns passt!
In diesem Sinne,
viel Freude am Hundesport wünscht,
eure Marina
P.S.: das Foto oben zeigt den Rüden Yakari vom Freese Land, einen Sohn von 2 x VA Henko vom Holtkämper Hof. Yakari lief in diesem Jahr VA4 auf der Bundessiegerzuchtschau, wo er nicht nur durch sein Temperament und seine Schönheit überzeugte, sondern auch durch seinen sehr guten Schutzdienst!
Blog 1 - warum ausgerechnet einen deutschen Schäferhund?
Ja, das bin ich in der Tat schon öfter gefragt worden. "Die sind doch alle hinten runter gezüchtet und krank!", "Die sind doch total aus der Mode!", "Die beissen doch und sind gefährlich!", "Warum nicht lieber einen artigen Familienhund?"
Das sind eigentlich die häufigsten Kommentar, die ich im Laufe der Jahre hören musste. Besonders beliebt aus dem Mund der "Meiner-tut-nix-der-will-nur-spielen" und der "mein-Hund-ist-aus-Rumänin(Griechenland, Spanien etc.)-den-habe-ich-gerettet!" Fraktion. Meistens wenn deren "Tutnix" ohne Leine um meinen ruhig abliegenden Schäferhund herumspringt und ihn immer wieder in die Keulen zwickt, während ich die Leute bitte, doch ihren Hund endlich an die Leine zu nehmen, weil mein, ansonsten friedlicher Rüde schon deutlich zu verstehen gibt, dass er die Annäherungen des "Tutnix" garnicht so witzig findet und auch nicht die geringste Lust verspürt, mit ihm zu spielen...
Ja, warum muss es ein Schäferhund sein?
Ich gebe zu, dass mich die wolfsartige Optik der Rasse schon begeistert. Das edle, typvolle Erscheinungsbild, der fließende, kraftvolle Trab, der schöne Kopf. Besonders mag ich auch die dunklen Masken, die viele Schäferhunde heutzutage zeigen.
Er ist schon irgendwie der Ferrari unter den Hunden...Aber das ist es nicht allein.
Mich beeindruckt immer wieder die Wesensstärke meiner Hunde. Ein kleines Beispiel: jedes Jahr um die Jahreswende sind die sozialen Medien voll mit Bitten, doch keine Böller zu kaufen, weil viele Hunde panische Angst davor haben, sich verkriechen, teilweise so leiden, dass sie einen Herzinfarkt oder epileptische Anfälle bekommen.
Nun bin ich auch nicht gerade ein Freund dieser Böllerei. Aber nicht meiner Hunde wegen, denn keiner von meinen Schäferhunden hat jemals auch nur die geringste Angst vor der alljährlichen Böllerei gezeigt. Oft genug waren wir schon um 12 Uhr draußen und ich habe mir das Feuerwerk angesehen, während meine Hunde im Garten ihre Bahnen zogen und die Gerüche am Boden tausendmal interessanter waren, als die Knallerei am Himmel. Auch Gewitter macht ihnen nichts aus (da leidet immer nur das Frauchen...) Überhaupt haben sie vor fast nichts Angst und sind in nahezu allen Lebenslagen unkompliziert.
Bahnhof bei einfahrenden Zügen? - kein Problem
Tierarztbesuch? - unproblematisch,
Kinder? - super Spielkameraden und immer ein Grund zur Freude.
Auch als ich dieses Jahr nach meinem Unfall im Rollstuhl saß, hat das keinen meiner Hunde beeindruckt, ebensowenig wie die Krücken, der Rollator usw.
Auch die Vielseitigkeit dieser Hunde ist großartig. Wer Hundesport liebt, wird den deutschen Schäferhund lieben. Egal ob man im hohen Bereich führen möchte, oder "nur" auf eine Ortsgruppenprüfung hinarbeiten möchte, egal ob Schutzhundesport, Sucharbeit jeglicher Art, Gehorsamsübungen wie Obedience oder auch Funsport wie Agility - der deutsche Schäferhund macht gut gelaunt alles mit.
Oder man möchte lieber ausstellen, was im SV (Verein für deutsche Schäferhunde) auch eine sehr sportliche Sache ist - der deutsche Schäferhund hat auch hier seine Freude und will seinem Besitzer gefallen.
Und das Schönste daran ist: nach dem Hundesport oder der Ausstellung hat man Zuhause den perfekten Familienhund. Der deutsche Schäferhund ist ein idealer Kinderfreund. Einer, der nicht nur mit den Kids spielt und zu jeder Schandtat bereit ist, sondern auch noch auf sie aufpasst.
Er wird immer Haus, Grund und seine Familie beschützen. Hier sind zumeist auch andere Haustiere, wie Katzen, oder "Nutztiere" wie Hühner, Schafe, Pferde usw. mit einbegriffen.
Auch mit Senioren kommen diese Tiere super klar. Es ist erstaunlich, wie so ein Hund, der ein paar Tage vorher temperamntvoll auf einer Schau gelaufen ist oder beim Hundesport einen bemerkenswerten Schutzdienst gemacht hat, oder ein Junghund, der vor Temperament nur so strotzt, auf einmal ganz ruhig und sanft wird, wenn er es mit einer 87-jährigen, schon leicht gebrechlichen Dame zu tun hat, mit ihr kuschelt und sich stundenlang streicheln lässt.
Ich selbst habe es bei meinen beiden, sonst sehr rumpeligen und rauhbeinigen Rüden Rudi und Loki gemerkt, als ich sie, nach langem Krankenhausaufenthalt meinerseits, wiederbekam. Beide, sonst so wild, gehen mit mir bemerkenswert vorsichtig um, seit ich im Rollstuhl sitze.
Früher hat Rudi mich gerne mal fast umgerempelt, wenn er an mir vorbeirannte und ich hatte Sorgen, wie das wird, wenn ich mit Rollator oder auf Krücken rumhumpel. Die Sorgen waren unbegründet: Rudi ist vorsichtig und hat mich noch nicht einmal auch nur leicht angerempelt. Auch Loki bleibt dann brav hinter oder neben mir, begutachtet dabei jeden meiner Schritte. Es sieht so aus, als hätten sie die veränderte Situation schnell erfasst und würden begreifen, dass sie mit momentan nicht so raubeinig umgehen dürfen. Wenn Besuch kommt, muss dieser allerdings immer noch standfest sein :D
Auch was die Gesundheit des deutschen Schäferhundes angeht (worüber ich demnächst nocht einen eigenen Blogartikel schreiben werde), holt ihn sein schlechter Ruf aus den 70ern immer noch ein. Dabei hat der SV schon früher als die meisten anderen Vereine sein Röntgenverfahren eingeführt, welches zu dem Erfolg geführt hat, dass der deutsche Schäferhund heutzutage auf Platz 40 in der HD Statistik der Hunderassen ist. Die meisten großen Rassen und auch viele kleinere, haben weitaus häufiger HD als der deutsche Schäferhund! Sogar die Maine Coone Katze ist in dieser Hinsicht viel stärker belastet... Meine eigenen Hunde waren und sind gesund und wurden auch alle (bis auf meinen allerersten eigenen Schäferhund, der einen Herzfehler hatte und nur 4 Jahre alt wurde) so um die 12/13 Jahre alt. Sie waren robust und selten krank. Die meisten von ihnen sahen den Tierarzt eigentlich nur zum Impfen.
Der deutsche Schäferhund ist halt unglaublich vielseitig: Sporthund, Wachhund, Familienhund, Kinderfreund, bester Kumpel - und das alles vereint in einem einzigen Hund. Das ist der Hauptgrund, warum für mich nie eine andere Hunderasse in Frage kommen wird!
In dem Sinne,
mit hundesportlichen Grüßen,
Eure Marina